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PAYBILL AG auf der Erfolgsleiter (Interview)

13.05.2002, Christopher Frey, Paybill

Herr Christopher Frey, Vorstand der PAYBILL AG, sprach mit EBPPinfo über die nunmher differenzierten Anforderungen an EBPP-Anbieter. Herr Frey ist seit 1994 Inhaber und Partner der Argument GbR, Seeheim, einer auf intelligente Restrukturierungen spezialisierten Unternehmensberatung. Er ist zugleich Vorstand der PAYBILL AG, München, dem führenden europäischen EBPP-Lösungsanbieter. Herr Frey studierte Wirtschaftswissenschaften und Informatik und begann seine Karriere in einer internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Bei der Allianz AG war er 8 Jahre lang international in verschiedenen Stabs- und Linien-Positionen tätig, bevor er als Director Marketing&Sales in die Softwareindustrie wechselte.

EBPPinfo: Wie schätzen Sie die Entwicklung von EBPP in Zentraleuropa auf Sicht der nächsten 18 Monate ein?

Christopher Frey: Wir erwarten eine nachhaltige Entwicklung des EBPP-Marktes. Das wachsende Interesse, gerade auch in der verarbeitenden Industrie, wird die PAYBILL AG an die soliden Ergebnisse der Vorjahre anknüpfen lassen. Wir werden eine deutlich gestiegene Anzahl von System- und Service-Multiplikatoren im Markt vorfinden und damit die kritische Masse in Bezug auf Biller, Nutzer und Transaktionszahlen erreichen. Der Einsatz von EBPP wird dann in Unternehmen eine Selbstverständlichkeit sein. Nutznießer dieser Entwicklung werden Innovatoren wie die Landesbank Baden-Württemberg sein, andere werden der Entwicklung hinterherhinken.

EBPPinfo: Welche Bedeutung messen Sie den ERP-Anbietern in Bezug auf die EBPP-Marktentwicklung bei?

Christopher Frey: Die Bedeutung von ERP-Anbietern als Multiplikatoren für EBPP-Lösungen, Stichwort MultiConsolidatorSchnittstelle oder BillerServiceProvider, ist nicht zu unterschätzen. Der Vertrieb einer Consolidator-Betriebs-Software kann allerdings kein Ertragspfeiler eines ERP-Systemhauses sein, mit BillerDirect-Lösungen oder Integrationsaufträgen kann ein ERP-Systemanbieter mehr Geld verdienen. Gleichwohl kann es für große Player auf diesem Markt von Interesse sein, den Consolidator-Markt möglichst lange zu stören, dann stirbt ihr Biller-Direct etwas langsamer. Langfristig sehen wir aber eher den komplementären, kooperativen Ansatz zwischen ERP-Anbietern und EBPP-Spezialisten.

EBPPinfo: Die PAYBILL AG hat in einer Reihe von grossen Ausschreibungen den Zuschlag erhalten, sind die Mitbewerber so leicht zu schlagen?

Christopher Frey: Im Gegenteil, nur können wir den Mitbewerbern einige wichtige Leistungsmerkmale entgegensetzen: Ein praxiserprobtes Produkt, unser ausgeprägtes Verständnis des Marktes, langjährige Erfahrungen im EBPP-Umfeld sowie unsere Flexibilität, schnell und qualitativ hochwertig auf individuelle Projektanforderungen reagieren zu können - so haben wir uns durchgesetzt.

EBPPinfo: Wo genau liegen die Stärken der PAYBILL-Systeme BILL2B und BILL2C?

Christopher Frey: Hohe Performance und Skalierbarkeit sind die tragenden Säulen unserer Systemarchitektur. Wir treten sowohl als Softwarehaus als auch als ASP auf und verfügen sowohl im B2B als auch im B2C über das führende Produkt und die überlegene Lösungskompetenz.

EBPPinfo: Im EBPPinfo-Fachforum beginnt derzeit eine Diskussion mit dem Thema "EBPP via eMail", wie lautet Ihre Einschätzung?

Christopher Frey: Der Privatkunde verlangt nach Einfachheit und Übersichtlichkeit. Das Rennen im B2C werden nach meiner Einschätzung die großen Payment-Portale machen, das größte Potential sehe ich im Sparkassensektor. Ein gutes Beispiel, dem Bankkunden Zusatznutzen anzubieten, ist die Hypovereinsbank und unser Lösungspartner memIQ. - Kurzum, wer mir den eMail-Briefkasten mit eMail-Rechnungen zumüllt, der verliert mich als Kunden.

EBPPinfo: Herr Frey, noch eine letzte Frage: Das Thema EBPP gewinnt nunmehr auch für grosse IT-Konzerne an Bedeutung, einige sind bereits auf den Geschmack gekommen (z.B. TietoEnator, Finnland/Schweden mit dem Kauf von Seals) – plant die PAYBILL AG eine strategische Allianz oder den Eintritt eines Großinvestors?

Christopher Frey: Stabilität ist nicht eine Frage der Größe, sondern der unternehmerischen Verantwortung. Unternehmerische Verantwortung bedeutet Verantwortung gegenüber Kunden und Mitarbeitern. Darauf lassen sich solide Partnerschaften aufbauen und ein stabiles Unternehmenswachstum generieren. Die Rolle von Kapital wird als Stabilitätsfaktor oft überschätzt. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass am Anfang der Firma Bertelsmann oder der Firma Würth ein Venture Capitalist oder ein strategischer Investor standen. Der einzige mir bekannte betriebswirtschaftliche Stabilitätsfaktor ist die Nachhaltigkeit von Erträgen. Begriffe wie Anlaufverluste sind in unserer Firma ein Fremdwort. Kurzum, wir streben erfolgreiche Partnerschaften mit erstklassigen Unternehmen an: Große IT-Dienstleister sind für unsere Bankkunden wie sehr wohl für uns selbst ein Gewinn und als Geschäftspartner willkommen.

EBPPinfo: Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen Ihnen weiterhin eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit.

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