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Im Gespräch: Marcus Laube, crossinx GmbH
11.09.2008, Marcus Laube, crossinx GmbH
crossinx (eInvoicing Service Provider, Frankfurt am Main) ist erst Ende des Jahres 2007 im europäischen Markt aktiv geworden und legt eine beachtenswerte Dynamik bei der Gewinnung von Projekten an den Tag. Wie das? Das Unternehmen wird von Marcus Laube (vormals Seals, TietoEnator) geführt, ist über das Board erstklassig vernetzt und agiert augenscheinlich mit einem guten Timing. In einem Gespräch mit EBPP.de gibt Laube Auskunft über crossinx, seine Pläne sowie über seine Einschätzung des europäischen Marktes. Vorab sei noch erwähnt: wer Marcus Laube persönlich kennenlernen möchte, kann ihn schon Ende des Monats auf dem EXPP-Summit in Frankfurt treffen.
(Carsten Görs, EBPP.de) Herr Laube, Sie gelten als einer der Pioniere für elektronische Rechnungen in Europa. Warum haben Sie TietoEnator verlassen und wieder die Herausforderung gesucht, ein eigenes Unternehmen in diesem Bereich aufzubauen?
(Marcus Laube) Als ich 1999 mit der Firma Seals mein erstes Unternehmen für elektronische Rechnungen gegründet habe, waren wir der erste Consolidator für elektronischen Rechnungsaustausch in Europa. Damals war der Markt noch in den Kinderschuhen und wir haben eine Menge Aufbauarbeit geleistet. Nach langen Jahren der Entwicklung hat sich der Markt für elektronische Rechnungen etabliert und wächst immer schneller weiter. Meine Erfahrungen und Vorstellungen wollte ich daher in einem eigenen Unternehmen umsetzen.
(Carsten Görs, EBPP.de) Wie grenzen Sie das Angebot von crossinx in der bestehenden Dienstleister-Landschaft ab?
(Marcus Laube) crossinx fokussiert sich ausschließlich auf das Thema elektronische Rechnungen und die Financial Supply Chain. Im Gegensatz zu Großunternehmen vermeiden wir damit, dass diese Services als Randaktivität irgendwann nicht mehr angeboten werden. Wir konzentrieren uns vollständig auf die Weiterentwicklung dieser Services.
Darüber hinaus muss ein Service Provider seine Kunden dabei unterstützen können, Geschäftspartner jeder Größenordnung an den Service anzubinden. Das ist ein entscheidender Aspekt des elektronischen Rechnungsaustauschs. Großunternehmen die ihre Prozesse auf die Abwicklung von Großprojekten ausgelegt haben, haben dadurch eher Schwierigkeiten dem kleinen Bäcker um die Ecke den Service kosteneffizient anzubieten.
Schlussendlich wollen wir auch dem viel zitierten Thema „Green IT“ Rechnung tragen. Wir unterstützen die Initiative „Plant-for-the-Planet“ im Rahmen der 1 Milliarde Bäume Kampagne der Vereinten Nationen mit 1 Cent pro elektronischer Rechnung. Damit kann schon mit 100 elektronischen Rechnungen über crossinx ein neuer Baum gepflanzt werden.
(Carsten Görs, EBPP.de) Warum sind Sie davon überzeugt, dass crossinx sich erfolgreich am Markt etablieren wird?
(Marcus Laube) Das haben wir bereits! Mit der Erfahrung unserer Mitarbeiter, die alle schon sehr lange im Bereich elektronischer Rechnungen aktiv sind und früher bei TietoEnator Projekte umgesetzt haben, haben wir einen Service entwickelt, der bereits aktiv von vielen Kunden genutzt wird. Viele unserer ehemaligen Kunden, wie z.B. Nestlé und Enercon nutzen daher jetzt den crossinx Service. Aber auch neue Kunden wie Bayer Business Services nutzen crossinx für den elektronischen Rechnungsaustausch.
Gemeinsam mit unseren Partnern Xerox, Trustweaver und Bonpago können wir unseren Kunden ein Portfolio an Services anbieten, das es auch ermöglicht Papierrechnungen abzuwickeln, einen weltweit steuerrechtlich geprüften Service anzubieten und auch bei der Prozessberatung zu unterstützen.
Schließlich unterstützt uns auch unser Beirat aktiv, der unter anderem aus renommierten Persönlichkeiten wie Herrn Rosenfeld, Finanzvorstand der Dresdner Bank und Herrn Müller, Finanzvorstand von Tchibo besteht.
(Carsten Görs, EBPP.de) Für welche Kunden ist das Angebot von crossinx besonders interessant?
(Marcus Laube) Unseren Kunden bieten wir ein Netzwerk für den elektronischen Rechnungsaustausch und dokumentenbasierte Prozesse zwischen Geschäftspartnern. Insbesondere ermöglichen wir die weltweite Nutzung dieses Netzwerks. Damit entsprechen wir den Anforderungen multinationaler Unternehmen, die momentan besonders intensiv derartige Lösungen einsetzen, den Service steuerkonform auf der ganzen Welt einsetzen zu können und die jeweils gültigen lokalen Anforderungen abzudecken. Dabei verbinden wir lokale „compliance“ mit dem Einsatz weltweit einheitlicher Finanzprozesse. Auch mittelständische Unternehmen interessieren sich immer stärker für die Möglichkeiten einer internationalen Umsetzung, da auch hier die Kunden- und Lieferantenstruktur inzwischen sehr international ist.
(Carsten Görs, EBPP.de) Herr Laube, über die Jahre ist viel zur Marktentwicklung im Bereich eInvoicing und Finance Automation orakelt worden. Was verrät Ihnen der Blick in die Glaskugel zur Zukunft des europäischen Marktes heute?
(Marcus Laube) Die positive Entwicklung der jüngsten Vergangenheit wird weiter an Dynamik gewinnen. Das erkennt man auch daran, dass immer mehr staatliche Stellen und die EU den Einsatz von eInvoicing fördern und fordern. Dadurch wird sich in Europa auch das heute noch bestehende Nord-Süd Gefälle nivellieren. Süd- und Osteuropa zeichnen sich aktuell durch hohe Wachstumsraten in diesem Bereich aus. Auch werden immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen die Vorteile elektronischer Rechnungen nutzen wollen. Dieses generelle Marktwachstum wird einhergehen mit einer Konsolidierung der Anbieter Landschaft. In einigen Jahren sehe ich hier eine vergleichbare Entwicklung wie in der Telekommunikation, d.h. es wird eine handvoll internationaler Anbieter und einige Nischenanbieter geben. Wir werden versuchen, diesen Prozess aktiv mitzugestalten.
(Carsten Görs, EBPP.de) Herr Laube, vielen Dank für das Gespräch!
(Marcus Laube) Gern, wir sehen uns Ende September auf dem EXPP-Kongress.