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Federal Reserve analysiert EBPP-Status

01.09.2002 (Federal Reserve Bank) In einem ausführlichen Beitrag beschäftigt sich die Federal Reserve Bank of New York mit den Schwächen und Stärken verschiedener Lösungsansätze der elektronischen Präsentation und Bezahlung von Rechnungen. Trotz der offensichtlichen Vorteile von EBPP sind sowohl Rechnungsteller als auch Rechnungsempfänger zögerlich mit der Anwendung dieser Technologie.

Betrachtet man die Prozesskosten, ergeben sich für Biller signifikante Einsparungen. In den USA werden die durchschnittlichen Prozesskosten für eine Papier-basierte Rechnung mit 1,25$ angegeben. Auf elektronischem Weg erstellt und versendet, kann dieser Aufwand um 50% reduziert werden. Allerdings sind bei diesen Prozesskosten die fixen Kosten für die Entwicklung und den Betrieb einer solchen Lösung nicht berücksichtigt. Zwischen 150 000$ und 1 Million $, (im Durchschnitt ca. 400 000 $) hat ein Biller laut Federal Reserve aufzuwenden, um ein funktionierendes EBPP-System zu installieren. Die relativ geringe Einsparung pro Rechnung erfordert damit eine enorme Anzahl an Teilnehmern, um überhaupt den Break Even zu erreichen. Verursacht werden diese hohen Einstandskosten zu einem großen Teil durch fehlende Standards. Jeder Anbieter muss seine nicht unerheblichen Entwicklungskosten über den Preis an den Biller weitergeben. Darüber hinaus muss der Biller, um möglichst viele seiner Kunden zu erreichen, die Kompatibilität seines Systems zu denen verschiedener Anbieter gewährleisten.

Das Problem gemeinsamer Standards ist an sich nicht neu, aber trotz verschiedener Initiativen bisher nicht zufriedenstellend gelöst. Das Festlegen auf einen Standard birgt die Gefahr, dass mit fragwürdigen Mitteln versucht wird, die eigene Entwicklung zur marktbeherrschenden zu machen. Das kann wertvolle Innovationen unterminieren oder die Wahl für den Endkunden drastisch einschränken.

Ein weiteres Manko in der Gewinnung neuer Kunden für den Empfang elektronischer Rechnungen ist die schon mehrfach diskutierte mangelnde Marketingstrategie der Biller oder Consolidator. Die Zeiten, in denen Kunden für den Empfang und die Bezahlung ihrer Rechnungen einen monatlichen Beitrag entrichten, dürften selbst in den USA bald vorbei sein. Sogar ein kostenloser Service reicht nicht aus, um Kunden massenhaft für EBPP zu begeistern und aus ihrem Beharrungsvermögen gegenüber Gewohntem zu reißen. Der Artikel verweist hier positiv auf die großen Kreditkartenunternehmen, die mit Marketingaufwendungen im dreistelligen Millionenbereich in den Jahren zwischen 1971 und 1991 auch Millionen Kunden gewinnen konnten.

Doch selbst, wenn all diese bestehenden Hindernisse ausgeräumt sind, schließt der Beitrag, wird EBPP auf Grund seiner Komplexität und Vielfalt der Beziehungen zwischen den Teilnehmern länger brauchen als beispielsweise der Handel über das Internet, um sich als alltägliche Anwendung zu etablieren.

www.ny.frb.org

URL: http://www.ebpp.de/aktuell/1-news/newsarchiv/7-2002/415.html
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