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Wird es Frühling für EBPP in Europa?
11.02.2003 (BankingTechnology) In der Februarausgabe widmet Banking Technology dem Thema „EBPP und Banken“ einen ausführlichen Artikel. Die Autorin Victoria Lomax konzentriert sich dabei auf Aktivitäten der Banken in Europa.
Nach Meinung der Marktforscher hat EBPP die Talsohle der „großen Enttäuschung“ durchschritten und wird nun moderat aber kontinuierlich an Terrain gewinnen. TowerGroup erwartet für das Jahr 2005 ca. 1,2 Billionen elektronischer Rechnungen. Wichtig für Europa: der größere Zuwachs wird für den B2B-Markt erwartet, hier sind Rechnungsstellung und -bezahlung teuerer und komplexer als im B2C-Markt.
Die Mehrzahl der Banken Europas wird daran ihre EBPP-Aktivitäten ausrichten. Mit unterschiedlichen Strategien versuchen die Finanzinstitute den Markt zu entern. Dabei ist der offensichtlich vernünftigste Ansatz, der Verbund von Banken und Technologieanbieter, bisher (mit Ausnahme Skandinavien) wenig erfolgreich. Für den jüngsten Verbund dieser Art, die EBPP GmbH in Österreich, ist es für Wertungen zu früh.
JPMorgan, bietet schon seit mehreren Jahren EBPP-Dienste an und versucht jetzt einen Start in Europa. Die Bank implementiert fertige Lösungen für Geschäftskunden, z.B. für Nissan und bietet den Service auch den eigenen Kunden über das Bank-Portal. Nissan gelang es, alle registrierten Händler in die EIPP-Lösung einzubinden. Paul Simons, Vice President und Business Manager für EBPP bei JPMorgan, sieht erfolgreiche EIPP-Einführung besonders dort, wo die Beziehungen der Geschäftspartner besonders intensiv sind oder wo der Payer als Initiator auftritt.
Die eher zögerliche Annahme von EBPP ist nach Meinung von Elton Birden, Managing Director, Payment Solutions Europe bei Unisys, der allgemeinen schlechten ökonomischen Lage geschuldet. Das Zurückfahren der IT-Budgets und der Drang nach schnellstmöglichem ROI ist mit der Einführung von EBPP nicht in Einklang zu bringen. Das trifft für die Unternehmen und natürlich auch für die Banken zu. Birden ist trotzdem zuversichtlich, dass es nach der abwartenden Haltung vieler Banken während der letzten zwei Jahre, nun zu Bewegung im Bankensektor kommt. Er vertraut auf den „Schneeballeffekt“, der unweigerlich eintreten wird, sobald die ersten Banken mit aktiven Lösungen am Markt auftreten.
Interessant, dass sich nach Meinung von CheckFree`s EMEA Marketing Manager, Steve Wright, die Zielrichtung von EBPP in den Unternehmen gewandelt hat. War es zu Beginn vor allem ein Mittel zur besseren Kundenbindung und zur Generierung zusätzlichen Umsatzes, steht nun eher die Einsparung von Kosten im Vordergrund.
Für die Deutsche Bank, die seit längerem über eine eigene EBPP-Lösung verfügt, war die Anpassung der Gesetzeslage zur Gleichstellung der Papierrechnung mit der elektronischen Rechnung der Auslöser für die Bewerbung ihres Produktes „db-ebills“ in Deutschland.
Ein zweiter Teil des ausführlichen Artikels befasst sich speziell mit EBPP und der Deutschen Bank.